Ziel erreicht!
Von Remscheid bis Sizillien mit dem Rad: das war von Anfang an das Ziel von Hedwig Weilemann-Krüger und dabei sollten Spenden für das Bergische Kinder- und Jugendhospiz Burgholz gesammelt werden. Bereits von unterwegs hat Frau Weilemann-Krüger uns ihre Erfahrungen berichtet. Jetzt hat sie ihr Ziel erreicht. Insgesamt 3.014km und ca. 26.500 Höhenmeter, was für eine Leitung und das Kinderhospiz sagt: Glückwunsch und Danke! Lesen Sie hier von den Erlebnissen der letzten Etappe:
„Den längeren Aufenthalt in Rom nutzte ich einerseits um Rom zu erkunden andererseits zur weiteren Streckenplanung. Die Italiener mit denen ich über meine weitere Reise sprach, rieten mir ab. Es gäbe keine vernünftigen Radwege und überhaupt sei es zu gefährlich. Dazu kam, das Michael mein Tourmanager, meinte es werde auf jeden Fall schwieriger. Da ich zudem auch Heimweh hatte, flog ich von Rom nach Hause. In den folgenden Tagen genoss ich es zu Hause zu sein. Doch schnell stand fest, es soll weiter gehen. Michael und ich saßen über den Karten und planten. Wegen der sommerlichen Temperaturen sollten die Tagesetappen nicht so groß werden und die Höhenmeter möglichst vormittags zu fahren sein. Ich wollte es auf jeden Fall versuchen. Da die Italiener zu der Zeit Sommerferien hatten, wurden die Unterkünfte bis Sizilien, was schon schwierig wurde, gebucht. Der zweite Teil der Reise, ab Rom, ließ mich gleich am ersten Tag an meinem Plan zweifeln. Bei knapp 40° C in Rom angekommen, baute ich das Rad zusammen und irrte zunächst am Flughafen herum. Erschöpft kam ich nach 73km und knapp 1000 Höhenmeter an meiner B&B Unterkunft an. Am nächsten Morgen ging es weiter und nach dem Fahrtag konnte ich mich dann in Fiuggi mit vielen italienischen Touristen erholen. Die nächsten Reisetage waren gekennzeichnet durch schlechte Straßen/schlechte Wege, teilweise sehr viel Autoverkehr, viel herumliegender Müll, sehr hohe Temperaturen und reichlich Höhenmeter. Es gab kaum Radwege, Radreisende traf ich keine. Weiter im Süden traf ich dann doch Rennradfahrer. Gelegentlich hatte ich Gesellschaft von Rennradfahrern. Ich fuhr durch Landschaften mit Olivenplantagen, Nussplantagen, Weinberge und viele Obst- und Gemüseanbaugebiete. An den Straßen standen Händler an Obst- und Gemüseständen und boten ihre hervorragenden Waren an. In den Bergen war ich häufig alleine unterwegs. Große Freude verspürte ich, wenn mir mal jemand entgegenkam, weil ich dann annehmen konnte, dass die Straße durchgängig befahrbar ist. Da es sehr heiß war, musste ich viel trinken. Glücklicherweise gibt es in Italien viele Bars in denen es eine große Auswahl an gekühlten Getränken gab. Meistens konnte ich dort auch gut etwas Essen. Die Einheimischen sind mir immer freundlich begegnet und waren erstaunt und beeindruckt von meiner Reise. Häufig wurden Fotos gemacht um diese der Familie und den Freunden zu zeigen. Die Hilfsbereitschaft der Italiener ist extrem ausgeprägt. Als mir die Kurbel von meinem Rad abfiel gab es helfende Hände und bei Reifenpannen wurde mir Unterstützung angeboten. Nicht so nett waren die Hunde die zum Teil frei herumliefen und mich als Beute ansahen. Glücklicherweise hat keiner zugeschnappt. Im Allgemeinen habe ich die Italiener als zuverlässig kennengelernt. Nicht so bei der Verabredung zum Frühstück. Da ich meistens früh losfahren wollte, wollte ich gerne um 7Uhr oder 7.30Uhr frühstücken. Das frühe Frühstück ist bei vielen Italiener nicht so beliebt. Trotz abendlicher Zusage wurde es häufig später. Viele Italiener zelebrieren das Essen. Abends geht man gerne mit der ganzen Familie, häufig erst gegen 21.00Uhr in ein Lokal. Das Menü und die Getränke werden bestellt. Beim Servieren der einzelnen Gänge werden gerne Fotos gemacht und das Aussehen sowie der Geschmack des Essens wird kommentiert. Einige Gastgeber haben sich außerordentlich um mich gekümmert. So gab es schon mal Sondermahlzeiten die ich nicht bezahlen durfte. Zu Stadtbesichtigungen und Museumsbesuchen wurde ich eingeladen. Am 17.08.2016 früh am Morgen erreichte ich die Fähre in Villa San Giovanni zur Überfahrt nach Messina. Die Fährfahrt dauerte 20Minuten. Von da aus ging es weiter nach Acireale. Ich hatte Sizilien bzw. meinen Zielort Acireale am 18.08.2016 nach insgesamt 3.014km und ca. 26.500 Höhenmeter erreicht. Gerne erzähle ich von meiner Reise und möchte zu einem gemeinsamen Abend einladen. Ort und Zeit werden noch bekanntgegeben.“ (Hedwig Weilemann-Krüger)