Begleiten
"Mein liebes Kind, ich liebe dich und werde dich nie allein lassen, erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten. Dort, wo du nur eine Spur gesehen hast, da habe ich dich getragen." (aus Spuren im Sand, von Margaret Fishback Powers)
Begleiten ist ein aktives Geschehen. Immer wieder finden wir uns in Begleitsituationen, sei es mit unseren Kinder, die durch so manche Situation begleitet werden wollen, sei es im Arbeitsumfeld, oder im Freundeskreis. Oft werden wir aktiv, wenn Situationen schwer sind und wir um Rat gefragt werden.
Was hilft mir in einer Begleitsituation? Das berühmte „offene Ohr“, ein wertfreies Aufnehmen der Situation, aktives Zuhören und verstehen der Situation, mit der Person stehen bleiben und ein Blick aus einer anderen Perspektive. Es ist hilfreich sich nicht selbst in die Schwere einbinden zu lassen. Das hilft den Überblick zu behalten, klarer sehen zu können und zur gegebenen Zeit die richtigen Fragen zu stellen. Durch das gemeinsame Aushalten wird die empfundene Last leichter.
Und was ist, wenn ich selbst in einer schweren Situation stecke? Dann suche ich Rat und Personen die mir gut tun und bin mir gleichzeitig sicher, dass ich nicht alleine bin. Denn ganz nach dem Gedicht von Margaret Fishback Powers, vertraue ich darauf, dass der Herr mich trägt, in all meinen schweren Zeiten und mir Menschen an den Weg stellt, die mich begleitend unterstützen und ich so von anderen durch den Sand getragen werde.
Eine solch fürsorgliche Art der Begleitung wünsche ich uns allen in schweren Situationen, denn diese bewirkt häufig eine Vertiefung der Beziehung, eine klarere Sicht und eine Erleichterung der Situation, denn „geteiltes Leid ist halbes Leid“.
Text: Anja Wollinger
Foto: AM