Toleranz

Toleranz bedeutet ursprünglich so viel wie ertragen, aushalten, erdulden. Einen Menschen zu tolerieren heißt der „Andersartigkeit“ oder dem „Andershandeln“ eines Menschen mit Duldsamkeit zu begegnen. Der Beruf der Kinderkrankenschwester und der Umgang mit Kindern mit lebensverkürzenden Erkrankungen und deren Familien wären ohne Toleranz nicht möglich.
Bei uns im Kinder- und Jugendhospiz ist Toleranz (Duldsamkeit) in einem besonderen Maß zu finden, da jede Familie und ihr Kind eine besondere Form der „Andersartigkeit“ und im Umgang mit Ihrem Kind ein „Andershandeln“ hat. Ich stelle mich jedes Mal neu auf die Bedürfnisse, Gewohnheiten, sowie die aktuelle Situation in der sich die Familie befindet ein. Bei jedem neuen Aufenthalt, bei jeder neuen Familie gibt es neue Herausforderung auf die ich mich gerne einstelle und diese toleriere. Die Familien und Kinder sollen sich wohlfühlen, die Erholung und Entlastung spüren. Wir stellen uns auf die „Andersartigkeit“ die speziellen Bedürfnisse ein und passen die Pflege und Betreuung diesen an, es werden die Gewohnheiten und Rituale übernommen. Jede Familie bekommt unsere Toleranz zu spüren. Toleranz muss immer wieder geübt werden und gefördert werden. 
Für mich ist Toleranz sehr wichtig für das nebeneinander- und miteinander leben der Menschen. Toleranz bedeutet auch Respekt, Akzeptanz und Anerkennung der Kulturen unserer Welt, sie zeigt sich im Zusammentreffen und Leben mit unterschiedlichsten Religionen in unserem Haus. Toleranz ist Harmonie über Unterschiede hinweg. Für mich ist ein Leben ohne Toleranz nicht vorstellbar, ich hätte dann für mich wichtige Menschen nicht kennengelernt und viele schöne Momente in meinem Leben verpasst.

 

Text: Nikol Söhnlein
Foto: AM

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