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Unermüdlich eingemacht

„Jetzt geht’s ans Eingemachte!”, schrieb die CW im Juli 2012 zu einer Aktion für das Kinderhospiz Küllenhahn: Beate Dilthey begann damals, selbst gemachte Marmeladen, Gelees, Liköre und Schnäpse sowie Pralinen für das in Bau befindliche Hospiz zu verkaufen. Vergangene Woche machte die „Marmeladen-Fee“ nun „Kasse“ und zeigte sich überrascht: Nie erwartete 3.325 Euro nahm Beate Dilthey durch ihre „süße Aktion“ ein – dank einiger Verdoppelungsaktionen der Bethe-Stiftung kamen unter dem Strich sogar 6.650 Euro für das Kinderhospiz zusammen: „Anfangs dachte ich, wenn ich 100 Euro einnehme, wäre das super“, blickt Beate Dilthey zurück: „An diesen Erlös hätte ich nie gedacht!“

Der Erfolg hat aber auch seinen Preis: „Das Wort ‘Mirabelle’ kann ich nicht mehr hören“, lacht Beate Dilthey bei der Scheckübergabe im „Café vom Cleff“, einem ihrer Verkaufsstellen: „Und Mirabellen-Marmelade kann ich auch nicht mehr essen.“ Kein Wunder: Mirabellen waren ein „Schwerpunkt-Grundstoff“ bei den rund 1.100 Gläsern Marmelade, welche die 55-Jährige einkochte.

„Man konnte mit ihr nicht länger als zwei Minuten telefonieren“, bescheinigt Zita Höschen von der Kinderhospiz-Stiftung Beate Dilthey vollen Einsatz: „Dann hieß es immer: ‘Ich muss in den Garten…’ oder ‘Ich muss in die Küche…’.“ Genauso waren die knapp zwei Jahre: Beeren und Obst pflücken am Straßenrand oder in Privatgärten, zum Erdbeerbauern nach Leichlingen fahren und um Früchte betteln, Gläser kaufen, spülen und vor allem einmachen, einmachen, einmachen… Sogar während ihres Klassentreffens oder einer Betriebsfeier ihres Ehemannes bot Beate Dilthey Marmeladen & Co. feil, sie verkaufte bei einem Handball-Spiel der Bergischen Löwen ebenso wie bei Friseurin Gudrun Böhme in der Zillertaler Straße, bei Blumen Balewski oder auch beim Küllenhahner Advent. Und sogar während ihres Umzugs legte Beate Dilthey ihre Einmach-Aktion nicht auf Eis, schmunzelt Ehemann Raimund Schimon.

Immerhin: Die Zeit für die Hochzeit im Dezember und den anschließenden Umzug in eine gemeinsame Wohnung konnte Beate Dilthey „abknapsen“ – diese „Projekte“ fielen ja auch nicht in die „Erntezeit“… „Beate Dilthey ist eine tolle Botschafterin für das Kinderhospiz“, bescheinigt Zita Höschen: „Das muss ihr erst einmal jemand nachmachen.“

Apropos „machen“: Einmachen wird Beate Dilthey auch weiterhin, „aber auf keinen Fall mehr in diesen Mengen“, lacht die engagierte Neu-Solingerin. Und bestimmt geht irgendwann auch wieder Mirabelle – Ehemann Raimund hat die gelben Zwetschgen jedenfalls nicht satt...  

text und foto: m.koke/cronenberger woche/ör-wj 

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