Pedalieren für den guten Zweck
Die Vorfreude ist offensichtlich. Dr. Hedwig Weilenmann-Krüger kann den Start am 1. Juni in Hasten kaum abwarten. Dr. Hedwig Weilenmann-Krüger fährt vonRemscheid aus nach Sizilien. Knapp 3000 Kilometer für das Bergische Kinder- und Jugendhospiz.
Sie fährt für ihr Leben gerne Fahrrad, hat ein großes Herz und ein Faible für Italien. Alle drei Interessen möchte Dr.Hedwig Weilenmann-Krüger in wenigen Tagen kombinieren und in einem außergewöhnlichen Projekt vereinen. Von Remscheid aus will die Extremsportlerin bis nach Sizilien radeln, dabei in drei Monaten um die 3000 Kilometer zurücklegen und für das Bergische Kinder- und Jugendhospiz Spenden sammeln. Außergewöhnliche Strapazen hat die 55-Jährige immer schon gerne auf sich genommen. Aus „der Laufrunde um den Block“, mit der ihre Sportbegeisterung von einigen Jahren begann, wurden diverse Teilnahmen am Röntgenlauf, wo sie sich vom Halbmarathon zum Ultra steigerte. Mittlerweile hat Weilenmann-Krüger sogar schon drei Mal an der Transalp teilgenommen, einmal an der Trans-Schwarzwald und ist bei der „Mongolia Bike Challange“ 1200 Kilometer in neun Tagen quer durch die Mongolei gefahren.
Anfang Juni beginnt aber wohl ihr größtes Abenteuer: mit dem Rad bis zur Spitze des italienischen Stiefels. „Das Besondere wird sein, dass ich zu großen Teilen alleine unterwegs bin“, blickt Weilenmann-Krüger gespannt voraus. „Nur“ in den ersten knapp 700 Kilometer bis zum Bodensee wird sie von ihrer Hastener Freundin Anke Kirstein begleitet. Wobei die Route gar nicht bis ins Detail durchgeplant ist. Einzig in Rom (Anfang Juli) und in Sizilien (Mitte August) sind Hotels gebucht. Alles andere soll sich ergeben. „Es geht mir darum, etwas von der Fahrt mitzunehmen“, sagt Weilenmann-Krüger und denkt an „Landschaft, Menschen, Kultur“. Und, angesichts der Anstrengung kaum vorstellbar: „Es soll ein Vergnügen werden.“ Mit ihrer außergewöhnlichen Aktion will Weilenmann-Krüger aber eben auch etwas für den guten Zweck tun. Will Werbung machen und Spenden sammeln für das Bergische Kinder- und Jugendhospiz, mit dem sie seit 2014 verbunden ist. „Ich dachte mir, man könnte doch noch mehr machen“, erklärt die 55-Jährige ihre Intention. Unterstützung bekam die Solingerin, die als Fachärztin für Sportmedizin beim Betriebsarztzentrum in Remscheid angestellt ist, von ihrem Arbeitgeber. Der ermöglichte ihr den Wahnsinnstrip und die lange Auszeit. „Ich wäre die Strecke auch gerne gelaufen, aber da hatte mein Chef dann doch etwas dagegen“, sagt Weilenmann-Krüger mit einem Lächeln.
Ihre sportliche Vorbereitung auf das dreimonatige Abenteuer sah relativ unspektakulär aus. Regelmäßiges Training mit Läufen von Burg nach Müngsten oder um die Sengbachtalsperre gehören eh zum mehrfachen wöchentlichen Ritual. Wichtiger war für Weilenmann-Krüger zu planen, wie sie ihr Gepäck aufteilt, das natürlich begrenzt ist. Dies wird wohl angesichts der Jahreszeit in erster Linie aus Wasservorräten bestehen. „Das ist wichtige als ein paar Socken mehr oder weniger“, findet die Solingerin. Sehnsucht nach dem bergischen Wetter Gedanken hat sich Weilenmann-Krüger zudem um die äußerlichen Bedingungen gemacht. „Das wird schon knalle heiß“, ist sie sich sicher. Vor allem, je südlicher sie kommt. „Da werde ich mich bestimmt mal zwischendurch nach dem bergischen Wetter sehnen.“
Während ihrer Fahrt quer durch Deutschland, die Schweiz und Italien will Dr. Hedwig Weilenmann-Krüger auf ihre Aktion aufmerksam machen und auf diesem Wege Spenden sammeln. Wer sie und damit auch Stiftung unterschützen möchte, kann dies jederzeit auch abseits der Route tun.
Spendenkonto: Kinderhospiz-Stiftung Bergisches Land, IBAN DE42 3305 0000 0000 9799 97, Stichwort: pedalieren
„Jede Spende hilft, den Aufenthalt der Familien der erkrankten Kinder zu finanzieren“, sagt die Extremsportlerin mit Herz.
Text: Fabian Herzog
Bild: Weilemann-Krüger