Loslassen
Loslassen begleitet uns ein Leben lang und in sämtlichen Lebenslagen, beginnend mit der Geburt, bei der wir den geschützten Raum des Mutterleibes verlassen. Loslassen gehört zu unserem Lebensweg dazu und so manches Mal bringt es uns zur Verzweiflung. Denn loslassen beschert uns genau den Schmerz, den wir vermeiden wollten. Wir schieben die Dinge die uns traurig machen, die Situationen die uns verzweifeln lassen, meist zur Seite. Wir verdrängen. Oder halten daran fest, weil wir nicht vergessen wollen. Doch die Dinge loszulassen bedeutet nicht, sie loszuwerden. Sie loslassen bedeutet, dass man sie sein lässt (Jack Kornfield).
Bis wir die Dinge allerdings ,,sein lassen" können, ist es oft ein schwerer Weg. Auf diesem Weg begleiten wir Menschen in unserem Hospiz. Jeder Mensch hat sein eigenes Tempo, wenn es darum geht die Dinge ,,sein zu lassen" und ihnen einen Platz im Herzen einzuräumen, der Erinnerungen bewahrt. Loslassen bedeutet Schmerz aber vor allem auch Reflexion und Verinnerlichen. Vergangenes bewahren und Neues entdecken.
Wir möchten Familien in dem Prozess des Loslassens unterstützen. Ihnen Halt geben und ein offenes Ohr. Ihnen helfen Situationen des Loslassens durchzustehen, anstatt sie zu verdrängen.
Text: Vera Wilkesmann
Foto: AM