Gemeinsam

Wenn ich das Wort „gemeinsam“ höre, fällt mir als erstes Gemeinschaft ein und das bedeutet für mich, in einer Gruppe von Menschen zu sein, die dem Einzelnen Sicherheit und Schutz bietet. Mit den Menschen in der Gruppe verbringt man Zeit und verfolgt gleiche Interessen und Ziele, die man gemeinsam leichter erreicht als allein. So eine Gruppe hat auch, wie z.B. die Gemeinschaft unseres Kinder- und Jugendhospizes, ein gemeinsames Schicksal.
Einsam zu sein gehört ebenfalls zu „Gemeinsam“. Man war ein Teil einer Gemeinschaft und hat diese aufgrund unterschiedlichster Gründe verlassen oder verlassen müssen. Oder man ist einsam und will gerne Teil einer Gemeinschaft sein. Einsamkeit kann man nur erleben, weil wir als Menschen normalerweise in Gemeinschaft leben.
Bei uns ist man nicht einsam, wenn man es nicht sein will. Das Kinder- und Jugendhospiz ist kein Ort für Einzelkämpfer, sondern ein Ort, an dem die Gemeinschaft zählt. Wir alle repräsentieren das Kinder- und Jugendhospiz und sind gemeinsam für die erkrankten Kinder und Jugendlichen und ihre Familien da. Und das nicht nur in der Zeit, die wir gemeinsam in unserem Haus verbringen.
Was aber macht eine Gemeinschaft aus?
Man hält zusammen, unterstützt den Anderen, schenkt dem Anderen von seiner Zeit und geht ein Stück des Lebensweges zusammen, d.h. wir haben auch ein gemeinsames Ziel. Wir verbringen bei uns viel Zeit in der Gemeinschaft: sei es bei den Mahlzeiten, die wir alle gemeinsam einnehmen, sei es bei den Dingen, die wir gemeinsam tun. So haben wir gemeinsame Erlebnisse, Momente oder Erinnerungen, die uns keiner mehr nehmen kann. Und bei uns ist auch immer Zeit und Raum, um gemeinsam zu lachen und zu weinen. Dies alles ist nur in einer starken Gemeinschaft möglich.

 

Text: Till Ebding
Foto: AM

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