Vertrauen

Auf das Gute vertrauen ist oft Arbeit, das kennen wir alle: Die Zeit ist knapp, schnell noch was einkaufen, nur zwei Kassen geöffnet, an welche soll ich gehen? Natürlich, ich habe mich wieder für die falsche Kasse entschieden….immer läuft alles schief! Ist das wirklich so? Enttäuschungen, Schwierigkeiten, Sorgen und Probleme begleiten uns durch das Leben. Unsere Perspektive zeigt uns immer wieder ganz deutlich was alles nicht gut ist. Irgendwie ist das Schlechte immer lauter als das Gute! Und was alles gut ist, das vergessen wir schnell. Wir verlieren das Vertrauen. Klar, Vertrauen kann ich nicht, wie Licht, ein- und ausschalten. Aber ich kann Vertrauen lernen. Vertrauen muss man aber wollen! Die bewusste Entscheidung Vertrauen zu wollen kostet Zeit. Immer wieder rutscht uns die negative Perspektive dazwischen! Aber wer gibt eigentlich die Garantie, dass etwas immer schlecht laufen muss? Wir sollten uns alle, jeden Tag, nicht nur die schlechten Dinge, sondern auch die Guten bewusst machen. So kann der Glaube an das Gute sich festigen und Vertrauen schaffen. Vertrauen lernen müssen auch unsere Gäste im Kinder- und Jugendhospiz. Vertrauen, dass die Pflege schon klappen wird. Vertrauen, um sich dem Familienteam zu öffnen. Und die größte Aufgabe unserer Gäste ist wohl darauf zu vertrauen alles das was noch auf die Familien zukommen wird zu meistern ist. Mit der Erkrankung kommt viel Ungewissheit und viele Fragen auf die es keine Antwort gibt. Im Kinderhospiz ermutigen wir unsere Gäste, darauf zu vertrauen mit Problemen und Enttäuschungen umgehen zu können und das wir zur Unterstützung da sind.
Üben wir doch alle den täglichen Blick auf die guten Dinge und unsere innere Stärke! Riskieren wir doch einmal Vertrauen zu schenken. Lassen es zu, dass die Welt nicht nur schwarz oder weiß ist! Dazwischen gibt es ganz viele Farben die anders toll sind. Und wenn man genau hinsieht: erst gestern hat mich jemand an der Kasse vorgelassen, weil ich weniger Teile hatte als er!

 

Text: Kerstin Wülfing
Foto: AM

 

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