Kraft

Was Kraft bedeutet oder was es heißt, Kraft zu haben, ist für viele Menschen leicht zu erklären. Der Mensch, der Kraft hat, ist stark - körperlich gesehen. Aber kann man nicht auch Kraft besitzen ohne direkt körperlich stark zu sein?
Wenn man das Wort Kraft googelt erscheinen direkt viele physikalischer Erklärungen. Ob aus der reinen Physik, wo Kraft als effektive Größe bezeichnet wird, sowie aber auch dem Körperlichen, in der die Kraft einhergeht als Muskelanspannung. Wenn man nach den ganzen physikalischen Erklärungen und Formeln noch nicht aufgegeben hat, findet man aber auch davon losgelöst, die geistige – die Willenskraft.
Wenn ich jemandem erzähle, dass ich in einem Kinder -und Jugendhospiz arbeite, kommt meist zuerst Schweigen, anschließend ein „ich glaub' ich könnt' das nicht“. Meist wird dann noch hinzugefügt „Woher nimmst du die Kraft?“ Oder aber „da braucht man aber auch echt viel Kraft für!“
Ich habe schon oft anschließend an die Eltern und auch an die Kinder gedacht, die bei uns zu Gast sind. Wie viel Kraft besitzen und benötigen sie tagtäglich? Woher nehmen sie ihre Kraft, ihre Stärke jeden Tag zu kämpfen, gegen z.B. zusätzliche Steine, die ihnen in den Weg gelegt werden? Und kann auch ein Kinder- und Jugendhospiz eine Quelle der Kraft sein?
Wir wollen ein Ort sein, an dem unsere Familien Kraft tanken können. An dem sie nicht immer die Starken sein müssen, sondern sich mit ihren Ängsten und Problemen auch mal fallen lassen können. Was auch eine Art von Stärke und Kraft ist, dieses erst mal zuzulassen.
Zusehen, wie gestärkt und kräftig unsere Familien nach ihren Besuchen bei uns sind und den Alltag wieder in Angriff nehmen können, macht auch uns stark und gibt uns unsere Kraft zurück. Wir möchten unseren Kindern und Familien Kraft spenden. Jeden Tag aufs Neue und für jeden neuen Tag!

 

Text: Saskia Balzer
Foto: AM

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